Montag, September 16, 2013

http://www.netzliteratur.net/idensen/poesie.htm

Jeder Text schreibt sich ein in ein intertextuelles Ensemble künstlerischer / kultureller / formaler / kanonischer / biographischer Konstellationen. 
Jedes Wort produziert Bedeutungen im Kontext der umgebenden sprachlichen Einheiten - alles Geschriebene ist 'Zitat': Entwendung gelesener Schriften. 
Neu ist allein die konkrete Zusammenschaltung sämtlicher Lese- und Schreibvorgänge im Netz - auf einer einzigen Oberfläche. Die Intertextualität [2] der Druckkultur ist eine virtuelle, in literarischen Texten explizit hergestellte, produzierte. Die Intertextualität im Netz ist konkret, flach, pragmatisch, real(istisch), d.h. die Dokumente/Fragmente 'treffen' tatsächlich aufeinander - ein link [3] führt tatsächlich zu einer (oder mehreren) Referenzstelle(n) im selben Text (vgl. die Fußnoten in diesem Text) oder in anderen Texten. Die Poetik eines link liegt keineswegs in der bloßen Anspielung, in einer metaphorischen oder impliziten Bezugnahme, sondern vollzieht sich in einem wirklichen Sprung, einer tatsächlichen Koppelung - eine Poetik des Transports [4]. (Was nichts über die 'Qualität' oder Literarizität aussagt - ausgedruckt sind Netzwerktexte zumeist langweilig und 'nicht lesbar'.) (Heiko Idensen)




Jedes Wort ist ein Zitat
Gummi Gummo Gamma Rad
Poetisch zieht der Faden Fäden
Durch das Netz die Erden Reden
Referenz der LautFragmente
Konkret pragmatisch Dokumente
Metaphorisch virtuell
Erscheint die Silbe klar und hell
Algorhythmisch zieht sie weiter
Kanonisch auf der Indexleiter
POETICK TRICK UND TRACK
ALLE SIND AUF ZACK

(Carl Lämmle gründet 1912 auf einer Hühnerfarm
in Hollywood die Universal Studios)

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